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Stand: 03.05.2018

Pressemitteilung

BaEplus Ausbildungsprojekt geht weiter

BaEplus

Ein Festtag für die jungen Menschen und ein Festtag für das Projekt. Der Caritasverband erhielt jüngst den Zuschlag bei der Ausschreibung  "Durchführung von Berufsausbildungen in außerbetrieblichen Einrichtungen - BaE". Damit kann das im Jahr 2011 begonnene  Ausbildungsprojekt weiter fortgesetzt werden.

"Wir sind dankbar, dass wir diese Arbeit in den nächsten Jahren fortsetzen dürfen, und wir sind überzeugt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von unserer Erfahrung und unserem Spirit weiterhin sehr profitieren werden", so Raphael Graf von Deym in seinem Grußwort. Wie wichtig diese Arbeit auch in Zeiten niedriger Arbeitslosenquoten ist, betonte von Deym: "Was wir bei diesen Arbeitsmarktzahlen  aber gerne übersehen, ist, dass es auch weiterhin junge Menschen gibt, die weder eine Arbeits- noch eine Ausbildungsstelle finden und auch nicht erwerbstätig sind. Im März 2018 waren davon allein im Rechtskreis des SGBII über 1.000 unter 25-jährige betroffen! Und auf diese Personen legen wir mit dem Projekt den Fokus."

Allen einen  Chance geben -  dieses Ziel stellt auch Eckhard Juwig, Teamleiter bei BaEplus, in den Mittelpunkt:  "Die Idee im Ausbildungsprojekt BaEplus ist, dass kein junger Mensch in unserem wirtschaftlich starken Südwesten ohne Ausbildung bleiben darf. Viele junge Menschen brauchen einfach mehr Zeit und Unterstützung für eine erfolgreiche berufliche Entwicklung, trotz guter und stabiler Ausbildungsmarktlage."

Nicht nur die Auszubildenden profitieren - Werner Wölfle dankte bei seiner Begrüßung dem Caritasverband dafür, dass durch BaEplus/Ausbildungschance auch die Betriebe und deren Mitarbeitenden "in sozialer Kompetenz" geschult werden.

Eine Chance verdient

Strahlende Gesichter natürlich vor allem bei denen, die ihre Ausbildungszeugnisse nun in der Tasche haben. T. Grossmann etwa: Er ist 26 Jahre alt, hatte "eine schwere Vergangenheit" und hat jetzt die Ausbildung zum Lagerist erfolgreich abgeschlossen. Gleich die erste Bewerbung, die er mit Unterstützung der Caritas-Mitarbeiter geschrieben hat, war ein Erfolg. "Die Caritas ist bei den Unternehmen  bekannt", weiß er. Ihm hat es sehr geholfen, dass er immer einen Ansprechpartner hatte. "Wenn ich mal einen riesen Bock geschossen hab‘, konnte ich mit jemand darüber sprechen". Und heute sagt sein Ausbilder über ihn: "Der kann sich jetzt aussuchen, wo er arbeiten will."  Der frisch gebackene Lagerist  will jetzt  noch eins drauf setzen und strebt den Abschluss zur Fachkraft für Lagerlogistik an. Danach will er sich vielleicht einen Traum erfüllen und nach Norwegen in einem Hafen arbeiten. Die Norweger, so weiß Grossmann, "feiern die deutsche Ausbildung".
Auch er hat das Zeugnis in der Tasche: Salvatore Mangone hat bei einer Tankstelle in Stuttgart Giebel seine Ausbildung gemacht. Sein Chef Julian Jaspers ist mit zur Zeugnisübergabe gekommen. Er ist hoch zufrieden mit seinem Mitarbeiter. Julian Jaspers bildet auch "eigene" Azubis aus, hat aber schon mehrere Jahre zudem Azubis über  BaEplus. Warum? "Weil auch die eine Chance verdient haben".

 

BaEplus: Start ins Berufsleben

BaEplus  richtet sich an junge Menschen,  die nach einer Berufsvorbereitung noch keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, aber gerne eine Ausbildung machen möchten. Der Caritasverband für Stuttgart e.V. schließt mit diesen jungen Menschen einen Ausbildungsvertrag in den unterschiedlichsten Berufsgruppen ab. Das kann zum Beispiel die Ausbildung zum Verkäufer oder Fachlageristen, zum Gärtner oder Maler sein. Wichtig ist, dass es eine duale, also schulische und berufliche Ausbildung ist.
Die Ausbildung findet dann in einem Kooperationsbetrieb und einer Berufsschule statt. Zusätzlich wird bei BaEplus/Ausbildungschance wöchentlicher Nachhilfeunterricht in Kleingruppen angeboten. Die Ausbildung endet mit den regulären Abschlussprüfungen.

Während der gesamten Ausbildungszeit steht den Jugendlichen eine sozialpädagogische Betreuung zur Seite. Die Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter treffen sich wöchentlich mit den Jugendlichen und unterstützen sie bei Bewerbungsschreiben oder bei der Suche nach geeigneten Kooperationsbetrieben. Ebenso halten sie engen Kontakt zu den Betrieben und Berufsschulen und vermitteln bei Problemen. Nach Ende der Ausbildung helfen die Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter bei der Suche nach einer Arbeitsstelle. Diese Begleitung der Auszubildenden ist ein wesentliches Element von BaEplus. Die so aufgebauten Beziehungen zwischen den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbegleitern sind ein Grund dafür, warum dank BaEplus vielen der Start ins Berufsleben gelingt.

Zunehmend, so die Erfahrungen der BaEplus Mitarbeitenden werden verstärkt junge Geflüchtete in das Projekt vermittelt. Für das Projekt eine neue Herausforderung, für die Jugendlichen eine große Chance, in Deutschland Arbeit und einen Platz in der Gesellschaft zu finden.
BaEplus/Ausbildungschance wird im Auftrag der Stadt Stuttgart und des JobCenters Stuttgart vom Caritasverband für Stuttgart in Kooperation mit der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart durchgeführt.

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