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Stand: 03.05.2018

Pressemitteilung

Abschluss Projekt GELI - Tabus zum Thema „Behinderung“ gebrochen

Projekt GELI

Im Juli ging die dritte Staffel des Projekts GELI (Gemeinsam lernen für mehr Inklusion) zu Ende. Das Projekt des Bereichs Behindertenhilfe, das von 2015 bis 2018 in den Räumen des Kindergästehauses der Stuttgarter Caritas in Bad Cannstatt angeboten worden war, sollte das Thema "Leben mit einer Behinderung" in erster Linie unter Migrantinnen und Migranten bekannt machen und Kenntnisse über rechtliche Ansprüche und über Hilfsmöglichkeiten vermitteln, die den Betroffenen zustehen. Gleichzeitig sollten die drei Kurse zu einer Enttabuisierung des Themas "Behinderung" beitragen. Die zwölf Teilnehmer des dritten Kurses erhielten nach dem letzten Modul ihre Urkunden. Damit endete das Gesamtprojekt.

GELI wandte sich in erster Linie an Menschen aus anderen Kulturen und Religionen, da eine Behinderung in mancher Kultur noch immer tabuisiert wird. Viele Migranten nehmen keine Hilfe in Anspruch - teils aus Unwissen, teils, weil sie nicht wollen. Die Menschen mit Behinderung erhalten nicht die Förderung, die sie brauchen, Angehörige werden nicht entlastet.

48 Frauen und 15 Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren aus 19 Nationen hatten an den drei Kursen teilgenommen, in erster Linie selbst Menschen mit einer Behinderung oder deren Angehörige. Doch auch Multiplikatoren aus verschiedenen Communitys wie Moscheevereinen, Interessierte oder Mitarbeitende aus der Flüchtlingshilfe nahmen an GELI teil. Sie erhielten an je zehn Samstagen profunde Informationen über rechtliche, interkulturelle, kommunikative Fragen und über das soziale Netz in Stuttgart. Ihnen war vor allem auch wichtig zu erfahren, welche Leistungen Menschen mit Behinderung zustehen.

Ein wichtiger Aspekt von GELI war auch, über das gemeinsame Lernen den Austausch unter Männern und Frauen unterschiedlicher Nationalität, Religion, Herkunft und Konfession zu initiieren. Inzwischen sind kleine Netzwerke der gegenseitigen Hilfe entstanden. Die Teilnehmenden aus allen Teilen der Erde und mit unterschiedlichsten religiösen und kulturellen Hintergründen merkten schnell, dass sie mit denselben Problemen kämpfen. Das schweißte sie zusammen. Die GELI-Macherinnen hoffen, dass sie positive Beispiele für andere in ihrer jeweiligen Community sein werden.

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