Bericht

Mehr Zeit für die Menschen

Gruppenfoto der Bewohner- und Mitarbeiterseelsorge mit dem Caritas Vorstand Uwe Hardt

"Es tut gut, dass sie da sind." So einfach und zutreffend drückte es eine Bewohnerin aus, die in einer Einrichtung der stationären Altenhilfe im Caritasverband für Stuttgart lebt. "Es tut gut, dass sie da sind": Sie, das sind die Seelsorgerinnen, die in den Einrichtungen und Diensten des Caritasverbandes für Stuttgart und der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung in den letzten Jahren ihre Spuren hinterlassen haben.

"Spirituelle und pastorale Begleitung" für Bewohnerinnen und Bewohner wie auch Mitarbeitende hieß das dreijährige Projekt, das gefördert wurde von der Veronika-Stiftung und ebenso Unterstützung erhielt von der Grötzinger-Stiftung.
Für die Einrichtungen und die Menschen, die hier leben und arbeiten, waren dies segensreiche und wertvolle Spuren. Spuren, die, so die erklärte Absicht der Vorstände und Verantwortlichen im Caritasverband und der Keppler-Stiftung, auch weiter geführt werden sollen.

Die Abschlussveranstaltung stand im Zeichen des Dankes an die Förderer und vor allem an die Menschen, die mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement zum Gelingen des Projektes beitrugen. "Ich bin sehr froh, dass es so gut gelaufen ist", formulierte es Ursula Grötzinger.

"Unser Ziel", so Caritasvorstand Uwe Hardt, "ist es, mehr Zeit für die Menschen zu haben". Und die Aufmerksamkeit, die die Seelsorgerinnen mitbringen wird wahr- und angenommen. "Vielen Dank für Ihren Besuch! Wenn Sie kommen, dann weiß ich, dass ich hier nicht vergessen bin". Vorstand Uwe Hardt zitierte Bewohnerinnen und Bewohner, die ausdrücken, wie wichtig dieses Angebot ist.

Momente des Staunens

Für die Keppler-Stiftung erläuterte Vorstand Dr. Alfons Maurer das Angebot der Mitarbeiter-Seelsorge, die im Fokus des Projektes bei der Keppler-Stiftung stand: "Jeder darf mit seinen Nöten kommen". Die Seelsorge soll den Mitarbeitenden auch signalisieren, "dass sie als Menschen anerkannt sind", oder, wie er Papst Johannes Paul II zitierte: "in der Arbeit mehr Mensch zu werden". Seelsorge im Alltag heisse auch, auf heilsame Art die Arbeitsroutine zu unterbrechen, sie ist dabei nicht schmückendes Beiwerk, sondern Teil der Organisation.

Seelsorge auf Augenhöhe für die Menschen, Seelsorge ist ein Teil des Alltags: Barbara Thon, Mitarbeiterin in der Keppler-Stiftung, beschrieb bei der Veranstaltung ihre Arbeit. Seelsorge heißt für sie, hingehen und zuhören, die Sorge um die Seele kann sich in einer   Rückenmassage zeigen, ebenso wie darin, den Mitarbeitenden in einer Pause einen gesunden "Smoothie" anzubieten. Seelsorge, so Barbara Thon, sorgt für "Momente des Staunens" und zeigt den Mitarbeitenden, dass sie als Menschen wahrgenommen werden.

Im Caritasverband für Stuttgart arbeiten Miriam Gottschlich und Dorothea Ackva-Bleistein als Seelsorgerinnen. Die beiden Mitarbeiterinnen übernehmen seelsorgerische Aufgaben, sie sind Ansprechpartnerinnen für die Bewohnerinnen und Bewohner, haben ein Ohr für alle Fragen, mit denen sich die Menschen beschäftigen. Künftig werden sie auch die seelsorgliche Begleitung der Mitarbeitenden übernehmen.

Da sein für den Menschen

Spirituelle Angebote gibt es natürlich in den Häusern des Verbandes schon immer. Ausgebaut wurden nun aber Angebote für Einzelgespräche oder spezielle Dienste etwa für demenzkranke Menschen. Die Seelsorgerinnen wollen vor allem da sein für die Menschen. Da sein, wenn jemand neu in eine Einrichtung kommt, da sein, begleiten, wenn Menschen im Sterben liegen und da sein auch für Angehörige und Freunde. Diese Art der Sorge um den Menschen schließt sein persönliches Umfeld wie auch die Welt außerhalb der Einrichtungen mit ein, weshalb für Dorothea Ackva-Bleistein und Miriam Gottschlich auch der Kontakt zu den Kirchengemeinden vor Ort wichtig ist.

Nach drei Jahren fällt das Fazit für alle durchweg positiv aus. Nun will man weitergehen und die Konzepte auch inhaltlich erweitern.