Nachricht

Caritas als Vermittlerin im Sinne des sozialen Friedens

Familie mit ihrem Wohnzimmer auf der Straße

Eine Gerichtsvollzieherin räumte mit Amtshilfe der Polizei die beiden Wohnungen, in denen die zwei Familien gelebt hatten.

Dazu, dass die Räumung friedlich abgelaufen ist, hat u.a. der Caritasverband für Stuttgart zusammen mit dem Bezirksvorsteher für Stuttgart-Süd, Raiko Grieb, beigetragen. Die beiden Bereichsleiter Armin Biermann (Jugend- und Familienhilfe) und Dr. Klaus Obert (Sucht- und Sozialpsychiatrische Hilfen) erkannten einen "Auftrag" für die Caritas und wurden vom Vorstand mit der Aufgabe betraut, zwischen Hausbesetzern und der Hausbesitzerin zu vermitteln, damit an einer friedlichen Lösung gearbeitet und eine Räumung hinausgezögert werden könne. Verhindert werden konnte die Räumung letztlich nicht. Aber: "Durch die verschiedenen Kontakte konnten wir mit dazu beitragen, dass die Räumung friedlich über die Bühne geht", sagt Klaus Obert. So sieht auch Uwe Hardt den wertvollen Einsatz von Herrn Obert und Herrn Biermann: Eskalationen, wie z.B. ein Auftritt linksextremer Gruppierungen, entstanden nicht. Und zudem hat die Polizei bei der Wahrnehmung ihres Auftrages das Wohl der Familien in den Blick genommen.  

Über einen Kontakt mit der Polizei entstand dann kurz vor Pfingsten die Idee, dass Caritas als Vermittler zwischen den beiden Parteien tätig werden könnte.

In der vergangenen Woche ging es dann Schlag auf Schlag. Zusammen mit Bezirksvorsteher Raiko Grieb und dem Gemeinderat der Linken, Thomas Adler, hat Klaus Obert - stets in Verbindung mit Uwe Hardt und Armin Biermann - Kontakte zu den Hausbesetzern und dem Anwalt der Hausbesitzerin initiiert, zahlreiche Gespräche und Telefonate wurden geführt und Nachrichten verschickt, um eine tragfähige Lösung zu erzielen.

Ziel der Hausbesetzer war es, Mietverträge zu bezahlbaren Preisen zu bekommen. Ziel der Eigentümerin, der die Wohnung überhaupt erst wenige Wochen gehört, war es, über ihr neues Eigentum verfügen zu können. Doch am Ende, sagt Klaus Obert, lief einfach die Zeit davon. Weitere Gespräche und Vermittlungen, die eine Räumung unter Umständen noch weiter hinauszögern hätten können, konnten nicht mehr stattfinden.

Dass die Caritas im Konflikt zwischen Hausbesetzern und Hausbesitzerin als Vermittlerin aufgetreten ist, ist insgesamt für Klaus Obert und Uwe Hardt selbstverständlich. Und zwar nicht aus einer politischen Haltung zur Wohnungsnot und auch zu der Hausbesetzung heraus. Klaus Obert betont klar, dass Hausbesetzung illegal ist - wenn auch angesichts der Wohnungsnot in Stuttgart nachvollziehbar. Doch darum sei es der Caritas zu keinem Zeitpunkt gegangen. Relevant für den Verband zur Einnahme ihrer Vermittlerrolle war zum einen die Tatsache, dass bei der Hausbesetzung Kinder im Spiel waren. Deshalb und auch zur Sicherung des sozialen Friedens war es dem Vorstand wichtig, unter allen Umständen und als oberste Priorität eine friedliche Lösung zu finden. Und das ist schlussendlich gelungen.