Wo Armut herrscht, darf es nicht nach Armut aussehen

Das beinhaltet auch, dass der Wohnraum, den wir bereitstellen, nicht nach Armut aussieht.  

Wir stellen wohnungslose Hilfsbedürftige und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen in den Mittelpunkt unseres Handelns und nehmen Sie in ihrer Würde und Eigenständigkeit, in ihren Rechten und Pflichten, aber auch mit ihren Kräften und Kompetenzen ernst.

Unser Leistungsangebot:

  •          Niedrigschwellige Hilfen wie etwa Tagesstätten
  •          Resozialisierung und Beheimatung alleinstehender Männer
  •          Hilfen für Frauen
  •         Ambulant betreutes Wohnen
  •          HERA, der Dienst für Menschen mit Messie-Syndrom
  •         Professionelle Beratung bei allen schwierigen Lebenslagen

Geschichte

Hilfen für Menschen in Not - Von den Anfängen bis heute

 

Olgastraße altes Bild

Im Bereich „Armut, Wohnungsnot und Schulden“ ist es unsere wichtigste Aufgabe, diesen Männern und Frauen Hilfen und Unterstützung anzubieten.
Im Jahr 2008 feierte der Bereich sein 40jähriges Jubiläum. 1965 kaufte der Verband das Gebäude in der Olgastraße 46. Hier entstand das erste Caritashaus, in dem ab 1968 ehemalige Straffällige betreut und beraten wurden. Das Angebot erweiterte sich rasch um die Tagesstätte, in der obdachlose Menschen auch heute noch Hilfen bekommen. Im Haus hat  zudem die regionale Fachberatungsstelle für wohnungslose Menschen ihre Adresse. Die Fachberatungsstelle ist der Zugang für Menschen in unser vielfältiges Hilfesystem.
Die Anfänge der Hilfen für mittellose und wohnungslose Menschen im Caritasverband reichen freilich noch weiter zurück: Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges versorgten die Mitarbeiter des Verbandes Menschen, die unter den Folgen von Krieg und Vertreibung litten. Es gab Armenspeisungen und viele Menschen mussten, weil ihre Häuser zerstört waren, in Bunkern wohnen.

Straßenbahndepot Obdachlosenunterkunft

Die erste teilstationäre Einrichtung für wohnungslose Menschen im Caritasverband Stuttgart entstand 1977 in der Böblingerstraße. In diesem  ehemaligen Straßenbahndepot in Stuttgart Heslach  konnten  28 Menschen untergebracht werden. Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sich schnell und vor dem Hintergrund eines rasant steigenden Bedarfs, ein umfassendes Hilfesystem.

Carlo-Steeb, Don-Bosco-Haus und die Frauenpension

Carlo Steeb Eingang

Wenige Jahre später kam die nächste große Einrichtung hinzu: Das Carlo-Steeb-Haus mit Platz für 150 Menschen sowohl im stationären wie teilstationären Bereich.Eine bis heute der größten Einrichtungen in diesem Bereich. 1982 entstand das „Ambulant betreue Wohnen“ – die Keimzelle vieler Angebote, zum Beispiel Hilfe für drogenabhängige Menschen oder bei den Hilfen für Menschen ohne Arbeit.
1986 wird die Pension Silberburg eröffnet, die heute in der Katharinenstraße zu Hause ist und betreut abstinentes Wohnen anbietet. 1990 übernimmt der Verband das Don-Bosco-Haus, in dem junge Erwachsene Hilfen und ein Dach über dem Kopf finden.

Frauenpension Gebäudeansicht

Wichtig war der Einstieg in die Hilfen für wohnungslose Frauen: 1994 eröffnete die Frauenpension im Veielbrunnenweg 67 mit 50 Plätzen. Durch den großen Bedarf wird eine weitere Frauenpension 2016 mit 25 Plätzen eröffnet.
Ende der 90er und Anfang 2000 kamen die Übergangswohnheime etwa in der Hackstraße und das Haus Rosengarten und das Haus Jakobus hinzu.
Das erste vom Caritasverband für Stuttgart e.V. betriebene Sozialhotel öffnete Anfang 2014 mit 13 Plätzen in der Weberstrasse 5a seine Türen.  

Bahnhof Möhringen, HERA, Franziskusstube und Schuldnerberatung

Mann in Franziskusstube

Die Angebote in unserem Bereich differenzierten sich mit jedem Jahr. 1999 gründete der Verband mit Unterstützung der Stadt Stuttgart den Sonderdienst „Helfen und Räumen“, kurz: HERA. Die Mitarbeiter helfen Menschen, die in einer vermüllten Wohnung leben und ihre Situation ändern wollen.
1997 eröffnete die Franziskustube, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist und wohnungslosen Menschen einen Ort der Ruhe bietet. Gründerin und Leiterin ist die Franziskaner-Schwester Margret.

Außenansicht Bahnhof Möhringen

Im Jahr 2000 wurde im ehemaligen Bahnhof Möhringen ein Caritaszentrum eröffnet. Ausgangspunkt war auch hier Hilfen für Menschen mit Suchtproblematik anzubieten. Heute gibt es im Bahnhof Möhringen viele bereichsübergreifende Angebote.
2007 kam die Schuldnerberatung, eine Trägerkooperation unter Geschäftsführung des Caritasverbandes, zum Bereich.
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Bereichs. Projekte wie das durch ein privates Investorenprojekt finanzierte Haus Claire-Marie mit 25 Mietwohnungen in Obertürkheim und 15 Wohnungen, die  öffentlich gefördert sind,  im Haus am Klingenbach, sind auch in Zukunft dringend notwendig, um der ständig wachsenden Wohnungsnot zu begegnen. Weitere Projekte im sozialen Mietwohnungsbau sind angedacht und zum Teil begonnen. 

Tagesstruktur und Beschäftigung

Immer deutlicher wird, dass die von uns betreuten Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt chancenlos sind. Auf diesem Hintergrund entwickelten sich aus dem kleinen Projekt Allore Carlo, angesiedelt im Carlo-Steeb Haus, mittlerweile ein Leistungsangebot mit tagesstrukturierender Beschäftigung das 35 Plätze umfasst. 

Menschen stehen im Mittelpunkt

Mann am Tisch

Der Bereich „Armut, Wohnungsnot und Schulden“ im Caritasverband Stuttgart gehört heute zu den größten Anbietern mit Angeboten für wohnungslose Menschen in der Stadt. Wir erreichen mit allen unseren Diensten täglich mehrere hundert Menschen. Sie stehen auch in Zukunft immer im Mittelpunkt unserer Arbeit.