Interview

Der Immobilienbereich stellt sich vor

Peter Grau

Warum Peter Grau das macht, was er macht, was ihn antreibt und bewegt spiegelt das folgende Zitat von ihm am besten wider:

"Wohnungsbau ist Sozialarbeit mit anderen Mitteln. Das motiviert mich bei meiner Tätigkeit."

Herr Grau ist seit 1991 bei der Caritas tätigt. Zu Beginn in der Wohnungslosenhilfe aktiv als Sozialarbeiter, ist er nun seit 2011 im Immobilienbereich tätig in einer zentralen Rolle. Seine kaufmännische Ausbildung in Kombination mit der Tätigkeit als Sozialarbeiter macht ihn in dieser Rolle zu einer idealen Besetzung.

Beim Querschnittsbereich  Immobilienmanagement  der Caritas ist Herr Grau zuständig für die Projektentwicklung, neue Bauprojekte und deren Begleitung. Neben seiner Position beim Caritasverband ist er auch bei der Caritas Gemeinschafts-Stiftung  tätig, und dort für alle Themen rund um das Thema Immobilien verantwortlich. Sei es einen geplanten Neubau von Anfang an zu begleiten, oder sich um Hausstifter Renten zu kümmern, all dies läuft über Herrn Graus Schreibtisch. Viele spannende Projekte und Möglichkeiten, Wohnraum für Bedürftige zu schaffen.

Warum war es denn notwendig, das Immobilienmanagement als eigenständigen Bereich innerhalb des Verbands zu etablieren? Und worin ist der stätige Personalzuwachs begründet, der sich für Außenstehende ja nur mit der Verwaltung beschäftigt und weniger mit dem Menschen? Diese und viele andere Fragen in eine ähnliche Richtung tauchen immer wieder auf im Zusammenhang mit diesem schnell wachsenden Bereich des Caritas Verbandes.

Wer sich in Stuttgart auskennt, weiß wie sich der Immobilienmarkt entwickelt, gerade in der Stadt und dem Speckgürtel, sowie den angrenzenden Randbezirken. Wohnraum in Stuttgart und Umgebung ist extrem knapp und sehr begehrt, und wird gefühlt immer knapper, Neubau ist schwierig, da keine  bezahlbaren Grundstücke am Markt sind . Es ist ohne Beziehungen kaum mehr möglich, eine Immobilie zu realistischen Preisen zu erwerben. Daher war es in den Augen von Peter Grau ein wichtiger Schritt, sich in diesem Bereich zu spezialisieren, um am Markt mitspielen zu können. Auf diese Weise bieten sich immer wieder Möglichkeiten für den stetig wachsenden Bedarf im sozialen Bereich neuen Wohnraum zu schaffen.

Ein  Modell der Caritas Gemeinschafts-Stiftung ist zum Beispiel die sogenannte "Hausstifterrente"  Menschen im hohen Alter verkaufen der Stiftung ihr Haus oder ihre Wohnung. Sie müssen sich dann um nichts mehr  kümmern und haben keinerlei finanzielles Risiko. Dafür erhalten die Hausstifter dann ein lebenslanges Wohnrecht und aus dem Restwert eine "Rente". Ein Modell das gerade für alte Menschen ohne Angehörige eine Chance darstellt im eigenen Heim alt zu werden, ohne die Last der Verantwortung tragen zu müssen.

Der Schwerpunkt der Arbeit im Immobilienmanagement liegt laut Grau hauptsächlich darin, Raum zu schaffen, damit der Caritas Verband seine Arbeit aufrecht  erhalten kann. Wohnraum zu schaffen und eigenen Lebensraum zu ermöglichen, auch in noch so kleinem Ausmaß, ist häufig die Grundvoraussetzung, um erfolgreich helfen zu können.

Soziale Arbeit braucht Raum und diesen zu beschaffen und zu bewirtschaften ist die primäre Aufgabe des Querschnittsbereich  Immobilienmanagement. Mit den verschiedenen Fachdiensten  bietet der Bereich für jedes Problem den passenden Ansprechpartner, egal ob Sanierung, Verwaltung oder Neubau.

Zahlreiche unterschiedliche Projekte werden aktuell vom Querschnitt Immobilien betreut und voran getrieben.

Ein großes Projekt des Caritas Verbandes ist zum Beispiel der Neubau eines Wohnhauses mit 16 Wohnungen in der Lindichstraße in Stuttgart Feuerbach.

Hier sollen Menschen mit Behinderungen ein neues Zuhause finden, sowie (werdende) Mütter mit Behinderung oder behinderten Kindern.

Ein Bauprojekt der Caritas Gemeinschaftsstiftung ist das Neubauvorhaben unweit des Pragstattels in der Gernotstraße. Anders als in anderen vergleichbaren Unterkünften werden hier dauerhafte Mietverträge gemacht, so dass die Bewohner endlich "ankommen" können und das ohne Fristen. Nicht mit der Angst zu leben, bald wieder nach einer neuen Bleibe suchen zu müssen stellt einen großen Mehrwert für die Beteiligten dar.

Hier sollen 16 Wohnungen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus entstehen. Dort wird zum einen Wohnraum geschaffen für Menschen, die auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Chance haben, zum anderen entsteht hier Raum mit der Möglichkeit des Ambulant betreuten Wohnens. Dies sind nur zwei der zahlreichen Projekte, und es werden hoffentlich auch immer mehr!

Danke Peter Grau für den ersten Einblick in den Bereich!