"Stuttgart mit unseren Augen"
Feierlicher Abschluss des Projektes „Blickwechsel“
Die Stadtführerinnen von
"Stuttgart mit unseren Augen"
Von Stadtführern wird viel erwartet: viele Informationen, historische Hintergründe, architektonische Kenntnisse und das alles
kurzweilig und interessant präsentiert.
„Das können wir“ – mit dieser hohen Motivation, einer großen Portion Mut, viel Engagement und Vorfreude stellten sich acht
Menschen mit Behinderung der dreijährigen Ausbildung zum Gästeführer für Stuttgart. Dabei erwarben sie nicht nur das erforderliche
Wissen, die Zahlen und Fakten ihrer Stadt, sondern sie übernahmen eine für sie ganz neue Rolle, die ihnen so mach einer nicht
zugetraut hätte. Heute führen sie Gruppen mit Menschen mit und ohne Behinderung durch Stuttgart und zeigen ihre Stadt aus
ihrem ganz eigenen Blickwinkel.
„Blickwechsel“ heißt das Projekt des TREFFPUNKT, einer Bildungs- und Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung
in Trägerschaft des Caritasverbandes für Stuttgart
e.V. Konzipiert und durchgeführt wurde das Projekt von der Diplom-Sozialpädagogin Andrea Dikel, die gemeinsam mit der Sprechtrainerin
Petra Hornberger und der Kunsthistorikerin Andrea Welz die theoretischen und praktischen Schulungselemente leitete.
Die großzügige finanzielle Förderung der Baden–Württemberg Stiftung im Rahmen der Ausschreibung „Förderung der Selbständigkeit
und Eigenverantwortung von Menschen mit Behinderung“ ermöglichte die intensive und sehr individuelle Durchführung der Ausbildung
der Gästeführer.
Der erfolgreiche Ausbildungsabschluss wurde am Freitag, dem 7. Mai 2010 im Haus der Katholischen Kirche mit vielen Gästen
gefeiert. Die Gästeführer und Gästeführerinnen erhielten nach den Ansprachen ihre Zertifikate von Herrn Ulrich Ahlert, Direktor
des Caritasverbandes für Stuttgart
e.V. und Frau Beate Lachenmaier, Bereichsleitung Behindertenhilfe ausgehändigt.
Der Gedanke der Teilhabe und gesellschaftlichen Integration wurde mit dem Projekt mit Leben gefüllt. Es ist gelungen, bei
den Führungen Orte der Begegnung und des Austausches zu schaffen, um gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Gleichzeitig erhielten
die Menschen mit Behinderung die Möglichkeit sich stärker ins Alltagsleben zu integrieren und mit ihrer Leistung Anerkennung
zu erhalten.
Bei den Führungen geht es nicht nur um geschichtliche Daten und Fakten. Unsere Gästeführer lassen vielmehr auch ihre ganz
persönlichen Erfahrungen, ihre eigenen Vorlieben und lebendige Anekdoten einfließen. Jeder Stadtrundgang wird so zu einem
ganz besonderen Erlebnis.