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Jahresbericht
2006 / 2007

mit Focus auf die Initiative für benachteiligte junge Menschen und Kampagne der Caritas 2007 "Mach Dich stark für starke Kinder!"

Kindern und Jugendlichen etwas zutrauen

Eigentlich wäre die kleine Anna gerne eine Fee mit Zauberkräften, dann würde sie die bösen Geister einfach wegzaubern. Auch Mehmet verkleidet sich am liebsten als Superman, denn dann fühlt er sich stark und unbesiegbar.

Wenn man die Motive der der diesjährigen Caritas-Jahreskampagne betrachtet, erkennt man, dass Kinder, egal welcher Nation, egal welcher sozialen Herkunft, von Vorbildern träumen, die stark sind und gerecht. Pippi Langstrumpf, Spiderman, die gute Fee aus dem Märchen, der gewitzte Nassredin Hodscha und andere große und kleine Helden. Kinder brauchen diese Vorbilder als Ausgleich zu einer Welt, die viele schon früh als ungerecht und grausam erfahren. Und sie brauchen eine Chance. Deshalb lesen die BetrachterInnen auf den Plakaten: "Ich kann ganz viel. Du musst mich nur lassen." Oder "Lass ihn zeigen, was in ihm steckt."

Die Situation in Stuttgart

Im Jahr 2005 lebten in Stuttgart 90.830 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Mehr als die Hälfte der Kinder hat einen Migrationshintergrund (54,9 Prozent) In jedem zehnten Haushalt mit Kindern wird Arbeitslosengeld II bezogen, um den Lebensunterhalt sicherzustellen. Sie sind von Einkommensarmut betroffen.

Der Anteil der Jugendlichen ausländischer Herkunft ohne Schulabschluss liegt deutlich über dem Anteil der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Die Benachteiligungen für Kinder und Jugendliche, die ihre Chancen in der Gesellschaft schmälern, sie früh zu Randgruppen machen und ausgrenzen sind offensichtlich. Der aktuelle Sozialdatenatlas 2005 zeigt deutlich die unterschiedlichen Lebensbedingungen in der Stadt Stuttgart.

Zukunft gestalten - sozialen Ausgleich schaffen!

Alle Angebote dienen dazu, die Chancen der Kinder und Jugendlichen zu erhöhen, in der Gesellschaft ihren Platz zu finden. Wir entwickeln Konzepte und neue Ideen, um Benachteiligung zu verringern, Qualifizierung zu ermöglichen und Zukunft eigenverantwortlich gestalten zu können. Wir fühlen uns verpflichtet in der Nachfolge Jesu Christi, Kindern und Jugendlichen zur Seite zu stehen, denn wir nehmen es ernst, wenn wir sagen: "Kinder sind unsere Zukunft und die Zukunft unserer Gesellschaft." Die Berichte in diesem Jahresbericht zeigen, in welcher Vielfalt in den Diensten und Einrichtungen des Caritasverbandes für Stuttgart dieses Thema aufgegriffen und mit großer menschlicher Anteilnahme und hoher fachlicher Qualität bearbeitet wird.

Mach dich stark für starke Kinder!

Für den oder die Einzelne/n soll das jedoch nicht bedeuten, sich entspannt zurück zu lehnen und alles den Profis zu überlassen. Jede/r kann ihren/seinen Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche stark werden, selbstbewusst ihre Fähigkeiten entdecken und ihren eigenen, unverwechselbaren Platz in der Gemeinschaft finden. Das geschieht durch die Vermittlung von demokratischen und christlichen Grundwerten. Und einen zentralen Grundwert lehrt Jesus uns selbst: Nehmet einander an, wie ich euch angenommen habe. Es ist die Wertschätzung des Nächsten an sich, die Achtung eines jeden Menschen ohne Vorbedingungen und Vorverurteilungen. Wir müssen zu zuverlässigen PartnerInnen von Kindern und Jugendlichen werden, aufrichtig und mit echtem Interesse an ihren Nöten und Problemen. Wir müssen ihnen auch die Freiheit geben, Dinge anders anzupacken, wie wir es uns vorstellen, denn ihre Kreativität ist unsere Zukunft. Kinder und Jugendliche wollen lernen ihr Leben zu meistern, dabei brauchen sie Begleitung und Lern- und Erfahrungsräume.

aus dem Vorwort des Jahresberichtes 2006 / 2007 von Caritasdirektor Ulrich Ahlert