
Renate Erdei
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Wege aus der Sucht
Selbstvertrauen ist enorm wichtig, wenn unser Leben Sinn haben soll. Fehlt es, fehlen auch Perspektiven, die Motivation zur
Veränderung, der Mut für etwas Neues. Durch die Arbeit in unseren Anlauf- und Beratungsstellen für Suchtkranke wissen wir,
dass Menschen, die schon lange drogenkrank sind, oft die Hoffnung aufgegeben haben. Sie zweifeln daran, dass sie den Ausstieg
schaffen, dass ihr Berg von Problemen kleiner wird, dass sie wieder Freude am Leben haben.
Wenn Drogenabhängige den ersten Schritt in eine Substitutionstherapie wagen, erhalten sie unter Aufsicht den Ersatzstoff Methadon
und sozialtherapeutische Betreuung. Ziel ist, ihren Konsum zu reduzieren, ihren Gesundheitszustand und ihre soziale Situation
zu verbessern. Viele schaffen auf diese Weise den Ausstieg aus den Drogen und einen Neubeginn.
Andere jedoch verlieren zwischendrin den Mut und den Glauben an sich selbst. Der Anfang ist gemacht, doch alte Selbstzweifel
versperren den weiteren Weg aus der Abhängigkeit. Diese chronifizierten Suchtkranken haben sich von ihren Veränderungswünschen
verabschiedet, haben Angst zu versagen und sehen kaum noch einen Sinn im anstrengenden Kampf gegen die Sucht.
Neben der professionellen Suchtberatung muss nun die Förderung der Selbsthilfe verstärkt werden. Ehemalige Drogenabhängige,
die den langen und steinigen Weg aus der Sucht selbst gegangen sind, können zu wichtigen Unterstützern werden. Ihre persönlichen
Erfahren und ihr spezieller Blickwinkel auf die Probleme setzen neue Impulse, bringen Trost und Ermutigung, stärken die Motivation
zum Durchhalten und Weitermachen.
In Gesprächsgruppen und durch individuelle Begleitung kann wieder Hoffnung geschöpft, neues Selbstvertrauen gewonnen und Zukunftsperspektiven
entwickelt werden. Was eine solche Hilfe bewirkt, vermitteln die Beispiele auf der gegenüberliegenden Seite.
Auch Sie können dazu beitragen, dass suchtkranke Menschen Zuversicht und Lebensmut wiederfinden, in dem Sie unser neues Projekt
unterstützen. Wir lassen Menschen am Rande nicht allein. Bitte helfen Sie uns bei dieser Aufgabe.
Ein herzliches Dankeschön
Ihr
Ulrich Ahlert
Caritasdirektor
Und das können Sie mit Ihrer Spende ermöglichen
Den Alltag bewältigen
Menschen, die schon lange suchtkrank sind, haben meistens große Schwierigkeiten, ihren ganz normalen Alltag zu meistern. Da wird der Weg in den nächsten Supermarkt zur Anstrengung und Hausarbeit kostet unendlich viel Kraft. Ein Behördengang oder ein Arztbesuch wird zu einer schier unüberwindbaren Aufgabe und den Kontakt zu Freunden oder zur Familie zu halten zur großen Last.
Wenn suchtkranke Menschen den Kontakt zum Leben verloren haben, können alltagspraktische Hilfen durch unsere individuelle Betreuung ihren Tagen wieder Struktur und Orientierung geben. Ermutigend, wenn einem jemand zur Seite steht, der den Ausstieg schon geschafft hat. Nach Ausweglosigkeit und Chaos wird so ein neuer Blick auf die eigenen Fähigkeiten möglich
Vertrauen ins Leben wagen
Wer wieder zurückfindet in einen drogenfreien Alltag, benötigt Anregungen und Impulse für die Freizeit. Welche Aktivitäten passen zu mir? Was macht mir Vergnügen? Wie kann ich am besten entspannen? Auch Freunde und Vertraute sind wichtig für einen Neuanfang. Wie man das angeht, kann bei unseren Gruppenaktivitäten geübt werden. Sich austauschen über das eigene Leben, das Scheitern und den Weg hinaus. Gemeinsam kann geschafft werden, wo alleine die Kraft und der Mut fehlt.

